Jahresrückblick 2025

Das vergangene Jahr war eines wie schon lange keines mehr. Und so gibt es so einiges was ich euch berichten kann. Es gibt es viel Neues aus den Gärten, einige neue Projekte die ich gestartet habe und ich schulde euch ein etwas ausführlicheres Update zu unserer „Sturmhilfe“ in Jamaika.

Starten wir im Garten und springen dazu gleich in den Frühling. Januar und Februar waren geprägt von der Setzlingsproduktion und viel ist dabei nicht passiert. Los ging es so richtig im März und ab dann ohne Pause bis zum Oktober durch. Aber ganz so streng wie in den vergangenen Jahren ist es dann doch nicht geworden.

Dies lag unteranderem daran, dass meine Schulter eine Pause verlangte. Das ein oder andere Band war angerissen und so zwang mich das doch recht oft benutzte Gelenk, zu der ein oder anderen zusätzlichen Pause. Mittlerweile ist es wieder verheilt und dies obwohl ich die meisten gut gemeinten Ratschläge nicht umsetzen konnte. Klar, habe ich gespürt auf welche Arbeiten ich besser verzichtet hätte, doch leider hat der Garten da nicht immer mitgespielt. Und so musste die Schulter wohl oder übel akzeptieren, dass sie besser schnell gesund wird, weil jammern nichts bringt. Hat dann zum Glück auch ganz gut geklappt.

Nichts desto trotz war es ein Jahr wo ich viel weniger angebaut habe als sonst. Meist gab es pro Beet nur eine Kultur und dann Gründüngung oder Pause. Und ich war dank der Einschränkung natürlich motiviert neue und vor allem einfachere Wege auszuprobieren.

Unteranderem habe ich mir zwei Gartentools geleistet die einen grosse Erleichterung brachten.
Zum einen ist da das Tarf. Eine schwere Plastikfolie mit einer Schwarzen Seite, welche ich einfach auf die abgeernteten und teils verunkrauteten Beete legen kann. Nach einigen Wochen ist der Boden darunter frei von Unkraut und schön „krümmelig“. So wie ich es mag, Das beste daran ist, das die Bodenlebewesen die etwas wärmeren Temperaturen unter der Decke lieben und so in Windeseile das ganze ebenfalls zugedeckte Grünzeugs verdauen. Dies wiederum bringt massenhaft Nährstoffe in den Boden.

Nach dieser „Behandlung“ erfolgt ein kurzes Auflockern des Boden mit der „Fork“, einer Grabgabel die den Boden nur lockert nicht aber umgräbt. Und dann kommt die zweite Neuheit zum Einsatz. Dies ist eine kleine und sehr leichte Bodenfrässe, die nur 2 cm tief gräbt und von einem Akkubohrer betrieben wird. Damit kann ich in kurzer Zeit ein Beet so vorbereiten das ich es mit Setzlingen bepflanzen oder das Saatgut darin ausbringen kann.

Doch war die Schulter nicht der einzige Grund weshalb ich nach effizienteren Methoden suchte. Denn es gibt da noch ein weiteres Projekt welches dieses Jahr so langsam Form aufgenommen hat und mir schon bald einen weiteren grossen Garten beschert.
Doch diesmal dreht es sich nicht nur ums Gemüse. Dank einen äusserst grosszügigen Angebot der Besitzer, dürfen wir nun auf einer grosse Fläche Bauland an schönster Lage in Möriken, einen Gemüsegarten, eine Schaugarten und einen gemütlichem Treffpunkt inmitten eines artenreichen Garten gestallten. Dazu haben wir Hilfe bekommen von einem Umweltbüro in Aarau und vielen Stiftungen, die dieses Projekt unterstützen. Gemeinsam wird so im kommenden Jahr also etwas Neues und aus meiner Sicht wunderschönes mitten im Dorf entstehen,

Und auch dies waren noch nicht alle Gründe weshalb mir dieses Jahr plötzlich etwas Zeit fehlte. Im Oktober, als ich mich bereits freute das es langsam ruhiger werden sollte, kam der Hurricane in Jamaika und veränderte nochmals alles.

Der Grund dafür ist ebenfalls im Januar 2025 zu suchen. Den dann war es, als ich gemeinsam mit einem Kollegen die Rastafari Nation Switzerland gründetet. Angedacht war es als kleiner Verein, welcher die Aktivitäten der vereinzelten Rastas in der Schweiz bündelt. Daraus geworden ist innert kurzer Zeit der Verein Rastafari United Nations mit Mitgliedern in vielen Ländern rund um den Globus. Und als dann der Hurricane Melissa auf Jamaika traf und viele Rastas und ein grossen Teil der Landbevölkerung alles verlor, war klar das wir schnell die neu gewonnenen Kräfte bündeln müssen um zu helfen.

So konnten wir in den ersten Wochen nach dem Hurricane ein Team auf die Beine stellen, welches vor Ort erste Hilfe leistete. Finanziert haben wir dies durch die einzelnen Mitglieder im Verein. Ebenfalls mithelfen konnten wir beim Aufbau eines sogenannten „Mappings“. Das heisst, es wurden Adressen und Informationen zu den Betroffenen gesammelt und archiviert, so das sie in bei einem weiteren Unglück schnell gefunden und mit den richtigen Medikamenten etc. versorgt werden können.

In einem dritten Schritt werden nun Gemeindezentren und einzelne Bauernhöfe wieder aufgebaut, so das die Selbstversorgung wieder gewährleistet ist und beim nächsten mal sichere Unterkünfte für alle vorhanden sind.

Dieses Projekt wird noch lange weiter gehen und bisher durften wir unter anderem auch dank eurer Tatkräftigen Mithilfe fast 10’000 CHF nach Jamaika schicken. Was wir damit erreichen konnte hat mich tief berührt, da es zeigt wie wichtig es ist, auch im kleinen für einander da zu sein. Denn es war noch nicht einmal das Geld alleine was viel Verändern konnte. Für diejenigen in Jamaika die helfen wollten, war die Unterstützung die sie aus der ganzen Welt erhielten eben nicht nur finaziell eine Hilfe sondern auch eine sehr grosse Motivation.

Und so ging das Jahr zu Ende ohne das es irgendwie einem alt bekannten Rhythmus folgte und brachte ganz viel Neues mit sich. Und da wo Neues entsteht, entstehen auch immer neue Möglichkeiten. Und ganz klar: Einige davon werden das Gemüse betreffen und für noch mehr Abwechslung in den Boxen sorgen. Versprochen.

Aber egal wie es kommt, nach diesem Gartentechnisch etwas ruhigeren Jahr juckt es mich nun doch ziemlich, wieder Gas zu geben und etwas mehr aus dem Boden zu holen als im 2025. Und wenn dann doch wieder alles anders kommt, gibt es ja zum Glück meine fixen Arbeitstage in Hallwil beim Gmüeser, wo wir bereits viel Gemüse für die Gemüseboxen 2026 eigeplant haben. Sozusagen ein sicherer Hafen im Sturm!

Auf geht’s… 2026 kann kommen und es kann nur noch spannender werden!

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